1992 in Tokyo gegründet und seit vielen Jahren in Stuttgart ansässig, ist das Lotus Quartett eines der wenigen rein weiblich besetzten Quartette, das über Jahrzehnte in annähernd unveränderter Besetzung auf Top-Niveau gespielt hat. Die für den Geist des Ensembles charakteristische Synthese kultureller Einflüsse aus Japan und Deutschland bekommt nun weitere Impulse: Mit der Spielzeit 2025/26 wird Christine Busch Teil des Quartetts. Die als Professorin in Stuttgart lehrende Geigerin ist solistisch vor allem auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis hervorgetreten. Sie hat viel beachtete Aufnahmen vorgelegt, darunter eine Einspielung der Sonaten und Partiten von Johann Sebastian Bach. Neben ihren Aktivitäten als Konzertmeisterin internationaler Klangkörper hat sich Busch intensiv dem Quartettspiel gewidmet. Seit der Neubesetzung wechseln sich Sachiko Kobayashi und Christine Busch in den beiden Geigenparts ab. Erstes großes Vorhaben in neuer Konstellation ist im März 2026 eine Japan-Tournee. Neben den drei Streichquartetten von Johannes Brahms werden Werke von Mozart, Schubert und Webern auf dem Programm stehen.
1992 in Tokyo gegründet und seit vielen Jahren in Stuttgart ansässig, ist das Lotus Quartett eines der wenigen rein weiblich besetzten Quartette, das über Jahrzehnte in annähernd unveränderter Besetzung auf Top-Niveau gespielt hat. Die für den Geist des Ensembles charakteristische Synthese kultureller Einflüsse aus Japan und Deutschland bekommt nun weitere Impulse: Mit der Spielzeit 2025/26 wird Christine Busch Teil des Quartetts. Die als Professorin in Stuttgart lehrende Geigerin ist solistisch vor allem auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis hervorgetreten. Sie hat viel beachtete Aufnahmen vorgelegt, darunter eine Einspielung der Sonaten und Partiten von Johann Sebastian Bach. Neben ihren Aktivitäten als Konzertmeisterin internationaler Klangkörper hat sich Busch intensiv dem Quartettspiel gewidmet. Seit der Neubesetzung wechseln sich Sachiko Kobayashi und Christine Busch in den beiden Geigenparts ab. Erstes großes Vorhaben in neuer Konstellation ist im März 2026 eine Japan-Tournee. Neben den drei Streichquartetten von Johannes Brahms werden Werke von Mozart, Schubert und Webern auf dem Programm stehen.
Die Quartette der Wiener Klassik und der deutschen Romantik sowie die französischen Impressionisten zählen zu den Repertoire-Schwerpunkten des Lotus Quartetts. Daneben spielen zeitgenössische japanische Komponisten wie Tōru Takemitsu und Toshio Hosokawa eine wichtige Rolle. Die Moderne vertreten insbesondere Helmut Lachenmann und die Zweite Wiener Schule. Besondere Aufmerksamkeit erregten die Aufnahme ausgewählter Quartette von Mozart und eine Produktion mit japanischen Komponisten der Gegenwart (1997 bzw. 2000 bei Teldec) sowie eine CD mit wenig bekannten Quartetten des Böhmen Johann Baptist Vanhal (2014 bei cpo). Die exzellenten Rezensionen der Fachkritik begegneten einem seinerzeit noch weit verbreiteten Vorurteil, wonach asiatische Musikerinnen und Musiker kein genuines Verständnis für die geistige Welt des europäischen Repertoires aufbrächten.
Bereits 1993 errang das Lotus Quartett den dritten Preis beim renommierten internationalen Kammermusikwettbewerb in Osaka. Ein Stipendium ermöglichte den vier Musikerinnen die Teilnahme an Meisterkursen des Amadeus und des Melos Quartetts. Von 1995 an studierten sie beim Melos Quartett an der Staatliche Hochschule für Musik und darstellende Künste in Stuttgart. Rasch stellten sich Wettbewerbserfolge ein: Dem zweiten Preis beim Viotti-Wettbewerb in Italien (1995) folgten in der Saison 1996/97 der Menuhin Preis beim Londoner Quartett-Wettbewerb, der dritte Preis beim berühmten „Premio Paolo Borciani“ sowie der erste Preis beim Wettbewerb des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft im BDI.
Innerhalb kurzer Zeit etablierte sich das Lotus Quartett als gern gesehener Gast der bedeutenden deutschen Kammermusikreihen in München, Erfurt, Bruchsal oder Braunschweig sowie bei Sommerfestivals wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und beim Schleswig-Holstein Musikfestival, wo die Musikerinnen 1998 intensiv mit Walter Levin zusammenarbeiteten, dem einstigen Primarius des LaSalle Quartetts. In die gleiche Zeit fällt der Beginn der internationalen Karriere des Lotus Quartetts mit Konzerten u. a. in Valencia, Zürich, Tokyo und Osaka.
Neben seinen regelmäßigen Engagements bei den bedeutenden Spielstätten in Deutschland wie dem Konzerthaus Berlin, der Laeiszhalle in Hamburg, der Tonhalle Düsseldorf oder der Stuttgarter Liederhalle und allen großen Festivals gastierte das Lotus Quartett erfolgreich in zahlreichen europäischen Ländern. Das Quartett unternimmt regelmäßige Tourneen in sein Heimatland Japan und tritt dort in allen wichtigsten Zentren auf. Seit 1998 gastierte es jedes Jahr in Darmstadt, wo es das komplette Quartett-Schaffen von Beethoven aufgeführt hat. Im November 2004 begann der Schubert-Zyklus, von 2008 an präsentierte das Lotus Quartett in fünf Konzerten die zehn reifen Quartette Mozarts sowie dessen fünf Streichquintette. Im Jahr 2012 feierte das Ensemble sein 20-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der Izumi-Hall in Osaka, das vom japanischen NHK-Fernsehen aufgezeichnet wurde. 2017 hat das Lotus Quartett erneut einen Beethoven-Zyklus in Japan gespielt, 2018 folgten Aufführungen der späten Quartette Beethovens in mehreren japanischen Städten.
Zyklische Darbietungen der Quartette großer Komponisten wie Mozart, Schubert, Schumann, Brahms und Beethoven spielen eine zentrale Rolle bei den regelmäßigen Japan-Gastspielen des Lotus Quartetts. Die Tournee zum 30-jährigen Bestehen des Ensembles im Februar 2023 umfasste die Aufführung aller sechs Quartette von Felix Mendelssohn an zwei Abenden.
Zu den Kammermusikpartnern des Lotus Quartett gehörten u.a. Wolfgang Boettcher, Martin Fröst, Sebastian Manz, Peter Buck, Wolfgang Güttler, Philippe Tondre oder Bernd Glemser.